Mommsen-Gesellschaft e.V.
Verband der deutschsprachigen Forscherinnen und Forscher auf dem Gebiete des Griechisch-Römischen Altertums
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Inhalt in Kategorie

    • Aug 21
      Habilitationsverzeichnis: Klassische Philologie

      Montag, 21. August 2017 14:28

      Chernyakhovskaya, Olga
      Kommentar zu den „Alexipharmaka“ und „Theriaka“ des Nikander von Kolophon
      02/2015
      Bamberg
      Klassische Philologie
      Petra Schierl
      The Bucolic deus. A Study of the Deified Benefactors in Vergil's Eclogues.
      Abgeschlossen 04/2014.
      Basel
      Seminar für Klassische Philologie

      Ulrich Kühn
      Platons Lebensbild des Sokrates
      06/2011

      FU Berlin
      Seminar für Klassische Philologie
      Chesi, Giulia Maria
      Das Subjekt der Odyssee
      10/2014
       
      Lo Presti, Roberto
      Aristotelische Biologie und Medizin in der Frühneuzeit: Die Rezeption der Parva Naturalia
      10/2014
       
      Mundt, Felix
      Römische Klassik und griechische Lyrik. Transformationen der Archaik in augusteischer Zeit
      10/2014
      HU Berlin
      Institut für Klassische Philologie
      Martin, Gunther
      Edition und Kommentar zu Euripides' Ion
      abgeschlossen 10/2013
      Bern
      Institut für Klassische Philologie
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      Bielefeld
      Klassische Philologie
      Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft
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      Bochum
      Seminar für Klassische Philologie

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      Bonn
      Seminar für Griechische und Lateinische Philologie
      Andreas Zierl
      Wort und Gedanke. Zur Kritik sprachlicher Vermittlung bei Platon und Plotin, Berlin 2013 [Beiträge zur Altertumskunde 322]. Abgeschlossen: 12/2010.
       
      Dresden
      Institut für Klassische Philologie

      Bitto, Gregor
      Vergimus in senium. Statius’ Achilleis als Alterswerk
      abgeschlossen 2015

      Ginestí Rosell, Anna
      Poetik des Dialogs in Plutarchs Quaestiones convivales
      seit 9/2012

      Eichstätt
      Fachgebiet Klassische Philologie

      di Nino, Margherita Maria
      The Epitaph for Bion. Text, translation and commentary
      9/2014

      Geißler, Claudia
      Horaz im Lichte der frühgriechischen Lyrik und des Iambos
      10/2014

      Sticker, Iris
      Epigrammata longa - An den Grenzen der Gattung "Epigramm"
      4/2016

      Frankfurt
      Institut für Klassische Philologie
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      Fribourg (CH)
      Departement der Altertumswissenschaften

      Baumann, Mario
      Welt erzählen: Form und Funktion der Narration in Diodor, Bibliotheke 1-5
      seit 2011

      Bittrich, Ursula
      Traum, Mantik, Allegorie: Die Hieroi Logoi des Aelius Aristides im weiteren Kontext der griechisch-römischen Traumliteratur
      seit 6/2014

      Gießen
      Institut für Altertumswissenschaften
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      Göttingen
      Seminar für Klassische Philologie
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      Graz
      Institut für Klassische Philologie
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      Greifswald
      Institut für Altertumswissenschaften
      Biddau, Federico
      Plautus, Mostellaria. Kommentar
      10/2014

      Halle
      Institut für Altertumswissenschaften

         

      Willms, Lothar
      Transgression, Tragik und Metatheater: Versuch einer Neuinterpretation des antiken Dramas
      Erschienen 2014

      Heidelberg
      Seminar für Klassische Philologie
      Schaffenrath, Florian
      Literarische Aspekte der Philippischen Reden M. Tullius Ciceros
      abgeschlossen 06/2014
      Innsbruck
      Institut für Sprachen und Literaturen/Gräzistik und Latinistik
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      Jena
      Institut für Altertumswissenschaften
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      Kiel
      Institut für Klassische Altertumskunde
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      Köln
      Institut für Altertumskunde
      Schaaf, Ingo
      Sibyllen und sibyllinische Texte in der patristischen Rezeption
      Jan. 2017
      Konstanz

      Breuer, Johannes
      Studien zur Bewertung und Nutzung paganer Wissensbestände in der Schrift Adversus nationes des älteren Arnobius
      August 2015

      Schirner, Rebekka
      Epic Fear. Affekt und Emotion bei Valerius Flaccus
      Oktober 2015
      Mainz
      Seminar für Klassische Philologie

       Scardino, Carlo
       Antike landwirtschaftliche Werke in arabischer Sprache. Prolegomena zur Edition des Anatolius Arabicus
       abgeschlossen: Juni 2015; erschienen

      Marburg
      Seminar für Klassische Philologie
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      München
      Institut für Klassische Philologie
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      München
      Geschichte der Naturwissenschaften

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      Münster
      Institut für Klassische Philologie

      Alexandra Binternagel
      Witz und Humor bei Cicero
      12/2010

      Ute Tischer
      Zitat in der römischen Literatur
      12/2010

      Potsdam
      Klassische Philologie

      Heil, Andreas
      Die dramatische Zeit in Senecas Tragödien
      abgeschlossen 2015

      Regensburg
      Institut für Klassische Philologie

      Anke Walter
      Ever since then. Time in ancient aetiology
      2/2014

      Rostock
      Institut für Altertumswissenschaften

      Gianvittorio, Laura
      Aischylos' diegetisches Drama
      10/2012

      Kreuz, Gottfried
      Raumkonzepte in den Silvae des Statius
      10/2014

      Neger, Margot
      Literarische Entwürfe sozialer Interaktion: Narrative und diskursive Verfahren in den Briefen des jüngeren Plinius
      04/2015

      Salzburg
      Klassische Philologie und Wirkungsgeschichte der Antike

      Alexander Kirichenko
      Lehrreiche Trugbilder: Senecas Tragödien und die Rhetorik des Sehens
      Abgeschlossen: 04/2013

      Trier
      Zentrum für Altertumswissenschaften
      Klassische Philologie

      Carrara, Laura
      Typoi seismologikoi. Die Repräsentation von Erdbeben in der griechisch-römischen Literatur
      11/2015

      Schelske, Oliver
      Untersuchungen zur Einordnung Herodots in den Kontext der Sophistik
      10/2014

      Tübingen
      Philologisches Seminar
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      Wien
      Institut für Klassische Philologie, Mittel- und Neulatein

      Heßler, Jan Erik
      ‹Verfall› und ‹Blütezeit› der Redekunst? Praktische und literarische Rhetorik im hellenistischen und kaiserzeitlichen Griechenland. Ein Vergleich
      12/2015

      Würzburg
      Institut für Klassische Philologie

       

      Weise, Stefan
      Griechische Anakreonteen in Deutschland - Geschichte, Form und Funktion
      2/2015                                                                                                  

      Wuppertal 

        

                               

      Bär, Silvio
      Figur und Mythos des Herakles als narratives und metapoetisches Mittel in der griechischen Dichtung von der Archaik bis zum Hellenismus
      10/2014

      Beer, Beate
      Narratologie und Genealogie des Tischgesprächs: Anekdoten und Erzählungen der zweiten Sophistik bei Aulus Gellius
      10/2014

      Dell’Oro, Francesca
      Metrópolis kaì apoikía. The Euboean Dialect in Euboea and in its Colonies
      10/2014

      Zogg, Fabian
      Die Publikationslisten antiker Klassiker: Vergil und die Vergiliana
      10/2014

      Zürich
      Seminar für Griechische und Lateinische Philologie der Antike, des Mittelalters und der Neuzeit

    • Aug 21
      Bisherige PreisträgerInnen

      Montag, 21. August 2017 13:55

      2024  Markus Hafner:
      Funktion, Stimme, Fiktion. Studien zu Konzeptionen kooperativer Autorschaft in frühgriechischer und klassischer Literatur

      2023  Kai Preuß:
      Säkularität und Pastoral bei Augustinus von Hippo. Geschichte, Macht, Subjekt

      2021  Maximilian Rönnberg:
      Athen und Attika vom 11. bis zum frühen 6. Jh. v.Chr. –
      Siedlungsgeschichte, politische Institutionalisierungs- und gesellschaftliche Formierungsprozesse

      2019  Claas Lattmann:

      Vom Dreieck zu Pyramiden. Mathematische Modellierung bei Platon zwischen Thales und Euklid

      2017  Hans Kopp:
      Thukydides und die Beherrschung des Meeres. Ein historiographisches Motiv und seine Bedeutung im 5. Jh. v. Chr.

      2015  Raphael Schwitter:
      Umbrosa lux. Obscuritas in der lateinischen Epistolographie der Spätantike

      2013  Johannes Wienand:
      Der Kaiser als Sieger. Metamorphosen triumphaler Herrschaft unter Constantin I.

      2011  Dennis Pausch:
      Livius und der Leser. Narrative Strukturen und literarische Techniken im livianischen Geschichtswerk

      2009  Andreas Hartmann:
      Zwischen Reliquie und Relikt. Objektbezogene Erinnerungspraktiken in antiken Gesellschaften

      2007  Christian Tornau:
      Zwischen Rhetorik und Philosophie. Augustins "De civitate Dei" und ihr bildungsgeschichtlicher  Hintergrund.

      2005  Johanna Fabricius:
      Soma/corpus. Körperbild und Körperkonzepte in der griechischen und römischen Kultur.

      2003  Gunnar Seelentag:
      Taten und Tugenden Trajans. Herrschaftsdarstellung im Principat.

      2001  Anne Friedrich:
      Das Symposium der "XII sapientes". Kommentar und Verfasserfrage.

      1999  Susanne Muth:
      Erleben von Raum - Leben im Raum. Zur Funktion mythologischer Mosaikbilder in der römisch-kaiserzeitlichen Wohnarchitektur.

      1997  Farouk Grewing:
      Martial, Buch VI: Ein Kommentar.

      1995  Jens Holzhausen:
      Der "Mythos vom Menschen" im hellenistischen Ägypten.

      1993  Ingeborg Kader:
      Archäologische Beobachtungen zur römischen Expansion im Gebiet des Nahen Ostens während der frühen Kaiserzeit.

      1991  Lutz Käppel:
      Das Theater von Epidauros. Die mathematische Grundidee des Gesamtentwurfs und ihr möglicher Sinn.

    • Aug 21
      Beschreibung und Teilnahmebedingungen

      Montag, 21. August 2017 13:50


      Präambel

      In der Absicht, den wissenschaftlichen Nachwuchs auf dem Gebiete des griechisch-römischen Altertums zu fördern, stiftet die Mommsen-Gesellschaft einen Preis für hervorragende Arbeiten auf den von ihr vertretenen Gebieten. Die Gesellschaft würdigt insbesondere Ergebnisse von interdisziplinärer Bedeutung in den altertumswissenschaftlichen Fächern.

      § 1
      Der Preis wird alle zwei Jahre auf der wissenschaftlichen Tagung der Gesellschaft vergeben. Die/Der Erste Vorsitzende vollzieht den Akt der Preisverleihung mit einer kurzen Laudatio, die jeweilige Preisträgerin/der jeweilige Preisträger stellt ihre/seine Arbeit in einem Referat von maximal 30 Minuten vor.

      § 2
      Der Preis ist mit 3.000 Euro aus dem Kapital der Gesellschaft dotiert.

      § 3
      Vorschlagsrecht haben ausschließlich die Mitglieder der Gesellschaft. Eigenbewerbungen ohne einen Vorschlag durch ein Mitglied sind nicht möglich. Mitglieder können sich nicht selbst vorschlagen.

      § 4
      Eingereicht werden können Arbeiten von Nachwuchswissenschaftlern, deren Abschluss nicht länger als zwei Jahre (vom Abschluss des Prüfungsverfahrens bis zum Termin der Bewerbung an gerechnet) zurückliegt. Hierzu gehören Dissertationen und Habilitationen.

      § 5
      Die Jury wird jeweils von der Mitgliederversammlung auf Vorschlag des Vorstandes gewählt. Sie besteht aus drei Mitgliedern, nämlich je einer Wissenschaftlerin / einem Wissenschaftler aus dem Bereich der Klassischen Philologie, der Alten Geschichte sowie der Klassischen Archäologie, die jedoch nicht dem neuen Vorstand angehören und eines der Jurymitglieder zur/zum Juryvorsitzenden bestimmen.

       

      Nähere Bestimmungen

      § 6
      Bewerbungen sind bis spätestens 6 Monate vor Beginn der nächsten Tagung an die/den Juryvorsitzende/n zu richten, von der/dem der Vorstand zeitnah über die eingegangenen Bewerbungen in Kenntnis gesetzt wird. Einzureichen sind eine Zusammenfassung der Arbeit von drei bis fünf Seiten und eine elektronische Version der Arbeit sowie in der Regel die Gutachten. Die Jury kann im Verlauf des Verfahrens zusätzlich das komplette Manuskript in einer Druckfassung anfordern. Wiederholte Einreichung derselben Arbeit ist nicht möglich.

      § 7
      Eventualien (wie z. B. Berücksichtigung der Finanzlage der Gesellschaft, Nichtvergebung des Preises usw.) werden nicht kasuistisch normiert, sondern jeweils vom amtierenden Vorstand mit der Jury geregelt.

       

      Checkliste zur Teilnahme

      • Vorschlag durch ein Mitglied der Gesellschaft
      • Abschluss liegt nicht länger als 2 Jahre zurück
      • Elektronische Version der Dissertations- bzw. Habilitationsschrift (PDF erwünscht)
      • Zusammenfassung der Arbeit in 3–5 Seiten
      • Alle Gutachten zur Arbeit
      • Einzureichen bis spätestens 6 Monate vor Beginn der nächsten Großen Mommsen-Tagung

    • Aug 15
      31. Große Mommsen-Tagung 2011 in Frankfurt a. M.

      Dienstag, 15. August 2017 13:14

      Vom 16. bis zum 18. Juni 2011 fand in Frankfurt die Tagung „Bilder der Antike“ statt, die die diesjährige Mitgliederversammlung der Mommsen-Gesellschaft rahmte. Die Gesamtbesucherzahl der Tagung ist nicht präzise zu beziffern. Im Durchschnitt besuchten knapp 100 Personen die Vortrags- und Diskussionsblöcke, davon schätzungsweise ein Viertel bis ein Drittel Studierende. Beim Abendvortrag von H.-J. Gehrke am 17. 6. war die Historische Aula der Universität gefüllt. Das Programm konnte wie vorgesehen durchgeführt werden, Änderungen ergaben sich lediglich beim Themenblock IV, wo J. Schüring von L. Fischer vertreten wurde, beim Themenbock II, wo der Vortrag von D. Pausch ausfiel, sowie bei der Abschlußdiskussion, die direkt an den letzten Themenblock angeschlossen wurde.

      Die Hoffnungen auf lebhafte und intensive Diskussionen wurden erfüllt; die für jeden Vortragsblock (4 Kurzvorträge à 15 Minuten) angesetzte Diskussionszeit von 40 Minuten genügte in keinem Fall um die Fülle der angesprochenen Fragen und Thesen erschöpfend abzuarbeiten, und nur sehr selten gab es wohlfeile oder banale Ratschläge an die jeweils andere Seite zu hören. Das lag vielleicht nicht zuletzt daran, dass die überwiegende Mehrzahl der Medienvertreter ursprünglich aus dem Lager der Altertumsforscher stammte und somit die Interessen und Bedürfnisse beider Seiten aus eigener Erfahrung kannte. Im Folgenden seien die einzelnen Themenblöcke ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Repräsentativität knapp skizzierte, um einen Eindruck von der Veranstaltung zu vermitteln.

      Mit seinem Eröffnungsvortrag im 1. Themenblock (Verlagswesen) setzte St. von der Lahr (C. H. Beck, München) in Hinsicht auf Offenheit der Diskussion und Klarheit der Thesen Maßstäbe für den weiteren Verlauf der Veranstaltung mit seiner ebenso provokanten wie amüsant illustrierten Feststellung, dass die Schreibfähigkeit altertumswissenschaftlicher Autoren zunehmend zu wünschen übrig lasse. A. Nünnerich-Asmus (Wienand-Verlag Köln, früher Philipp von Zabern, Mainz) demonstrierte die Zusammensetzung des Leserspektrums eines altertums- bzw. kunstwissenschaftlich ausgerichteten Verlages und die daraus sich ergebenden Konsequenzen für die Themenwahl. P. Schollmeyer (Universität Mainz) schilderte ebenso subtil wie anschaulich die Zumutungen und Zwänge zu Abstrichen an wissenschaftlicher Seriosität, denen ein Autor auch eines eingeführten Wissenschaftsverlages ausgesetzt sein kann, wenn betriebswirtschaftliche Aspekte das Publikationsgeschehen allzu einseitig dominieren.

      Im Themenblock II (Museen und Ausstellungen) informierte N. Willburger (Landesmuseum Württemberg, Stuttgart) auf der Grundlage von Erhebungen und Umfragen über die Zusammensetzung des Besucherspektrums, die daraus sich ergebenden Folgerungen für die Wahl von Ausstellungsthemen und Wege zur Optimierung von Vermittlung. Ch. Trümpler (früher Ruhrlandmuseum Essen) widerlegte die verbreitete Vorstellung der Abhängigkeit der Ausstellungsmacher von Wirtschaft und Politik in inhaltlichen Fragen, machte jedoch auch deutlich, wie viel Überzeugungskraft und Engagement nötig ist, um die erforderliche Unterstützung für die Umsetzung eigener Ideen zu erlangen. Ein wesentliches Resultat dieses Themenblocks war zweifellos die Erkenntnis, unter wie unterschiedlichen Bedingungen einzelne Museen und Ausstellungen organisiert werden müssen, und wie verschieden Reichweiten und Wirksamkeit von Vermittlungsmethoden sein können.

      Der Themenblock III (Film und Fernsehen) hielt Beiträge bereit, die sowohl zu Optimismus als auch zu Resignation Anlaß gaben. M. Lindner (Universität Göttingen) referierte über Lehrfilme, die Schülern ein einseitiges Bild der römischen Kultur vermitteln (eine Gesellschaft ohne Frauen, die fast nur aus dem Heer besteht). A. Juraske (Universität Wien) berichtete über den zunehmenden Trend bei Informationssendungen im Fernsehen, auf begleitende Kommentare von Wissenschaftlern zu verzichten und stattdessen die beteiligten Schauspieler nach ihren Eindrücken zu fragen. Positives wusste hingegen Ch. Schäfer (Universität Trier) zu berichten, der über die erfolgreiche und ausbaufähige Zusammenarbeit in Rekonstruktionsfragen sprach.

      Im Themenblock IV (Presse) informierte H. Kieburg (Antike Welt) über die Zusammensetzung und Lesegewohnheiten einer auf Archäologie und Kulturgeschichte zugeschnittenen populärwissenschaftlichen Zeitschrift. U. Walter und F. Bernstein setzten sich mit dem Thema „Altertumswissenschaften in der Tagespresse“ auseinander, ersterer als forschend aktiver Althistoriker, der regelmäßig in einer führenden deutschen Tageszeitung schreibt, der zweite aus der Sicht „eines lesenden Altertumswissenschaftlers“. Unbestritten ist, dass altertumswissenschaftliche Themen nur für eine verschwindend geringe Zahl von „Qualitätszeitungen“ eine Rolle spielen; nicht einheitlich beurteilt wurde die Frage nach dem Spektrum der berücksichtigten Themen und Ansätze. Dabei stand außer Frage, dass es nicht die Aufgabe der Tagespresse ist, fachspezifische Trends und Diskussionen adäquat abzubilden.

      Abendvortrag am 17. 6.
      In der vollbesetzten Aula sprach H.-J. Gehrke, Althistoriker aus Freiburg i. Br. und bis vor Kurzem Präsident des Deutschen Archäologischen Instituts, zum Thema „Lobbying for the Classics. Die Vermittlung der Altertumswissenschaft im politischen Raum“. Er skizzierte zunächst Spielräume und Spielregeln der Politik, soweit sie für das gegebene Thema von Bedeutung sind, um daraus Möglichkeiten abzuleiten, im Interesse der Altertumswissenschaft tätig zu werden. Ingesamt diagnostizierte Gehrke eine verbreitete Aufgeschlossenheit gegenüber altertumswissenschaftlichen Anliegen, deren Nutzung freilich geeigneter „Türöffner“, etwa durch publikumswirksame Grabungsfunde und dergl., bedürfe.

      Der Themenblock V (Theater) fiel thematisch naturgemäß etwas aus dem Rahmen, weil niemand die Vermittlung von Forschungsergebnissen als Aufgabe des Theaters definieren würde, dennoch (oder vielleicht deshalb) fielen die hier präsentieren Beiträge besonders interessant aus. C. Birnbaum, der Leiter des Händel-Hauses in Halle, berichtete über antike bzw. antikisierende Stoffe im Werk G. F. Händels und den Umgang des modernen Opernbetriebes damit. U. Sinn (Universität Würzburg) stellte eine zumindest in Deutschland wohl einmalige Kooperation zwischen den Altertumswissenschaften der Universität Würzburg, dem dortigen Mainfranken Theater und einer Arbeitsgemeinschaft Würzburger Bürger vor, die gemeinsam antike Dramen auf die Bühne bringen und dabei im Vorfeld auch Forschungsmeinungen und -ergebnisse  thematisieren. 

      Der abschließende Themenblock VI (Vermittlung altertumswissenschaftlicher Themen in den Nachbarländern) bot einen Ausblick auf die Situation bei einigen unserer Nachbarn. Mochte es auf den ersten Blick scheinen, also ob die Verhältnisse und Probleme überall die gleichen seien, so zeigten sich doch im Detail gelegentlich signifikante Eigenheiten. J. Bartels (Universität Zürich) berichtete, dass das in Deutschland so populäre und kontrovers diskutierte Troja-Thema in der Schweiz kaum Resonanz gefunden habe, ganz im Gegensatz zu heimatkundlichen Gegenständen. A. Jacquemin (Universität Straßburg) fächerte ein Spektrum an Ausstellungen in Frankreich auf, das von reiner Besucherzahlfixierung bis zu forschungsrelevanter Thematik reichte, und C. Sotinel (Universität Paris-Est, Créteil) sprach über das Antikebild französischer Comics. 

      Es war nicht zu erwarten, dass die Tagung Patentrezepte für den Umgang von Forschern und Medienschaffenden miteinander liefern würde. Das gegenseitige Verständnis wurde aber mit Sicherheit erheblich gefördert, und die stets intensiven und immer als zu kurz empfundenen Diskussionen belegten das lebhafte Interesse am Thema, das nach übereinstimmender Ansicht der Teilnehmer keineswegs ausgeschöpft werden konnte.

      Eine Besprechung eines Teiles der ersten beiden Vortragsblöcke am 16. 6. von St. Toepfer ist in der F.A.Z. (Rhein-Main-Zeitung) am 17. 6. 2011 erschienen. Dafür, dass diese erfolgreiche Tagung möglich war, danken die Veranstalter der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität sowie der FAZIT-Stiftung sehr herzlich.

      Für die Veranstalter: Prof. Dr. Wulf Raeck

    • Aug 15
      32. Große Mommsen-Tagung 2013 in Göttingen

      Dienstag, 15. August 2017 13:12
      32. Große Mommsen-Tagung 2013 in Göttingen

      Vom 30. Mai bis zum 1. Juni 2013 fand in Göttingen die 32. Große Mommsen-Tagung „Landschaften-Umwelten in der klassischen Antike“ statt, an die sich die traditionelle Mitgliederversammlung der Mommsen-Gesellschaft anschloss. Neben insgesamt 126 registrierten Mitgliedern und Jungmitgliedern der Gesellschaft besuchten auch Studierende altertumswissenschaftlicher Fächer die Vorträge. Der öffentliche Abendvortrag von S. Rebenich am 31. Mai lockte ca. 250 Besucher in die neu renovierte historische Aula der Universität am Wilhelmsplatz. Bedingt durch das anhaltend schlechte Wetter fand die Sektion Landschaften-Umwelten IV nicht wie geplant als Geländebegehung des Römerlagers Hedemünden statt, sondern wurde in das zugehörige Museum in Hannoversch Münden verlegt. Tagungsprogramm als PDF herunterladen

      Eroeffnung

      Drei Sektionen (8 Vorträge) behandelten aus der Perspektive von Klassischer Philologie, Klassischer Archäologie und Alter Geschichte das Oberthema der Tagung „Landschaften- Umwelten in der griechisch-römischen Antike“. L. Thommen (Alte Geschichte, Universität Basel) eröffnete mit einem Überblick über Theophrast und dessen Werke zur antiken Botanik und stellte die Frage nach einer antiken ‚Ökologie‘. Mit der Wahrnehmung exotischer Pflanzen am Roten Meer und der Erforschung ihres Lebensraumes in hellenistischer Zeit befasste sich P. Schneider (Alte Geschichte, Université d´ Artois). S. von Reden (Alte Geschichte/Freiburg) führte die Zuhörer in ihrem Vortrag ebenfalls in den Machtbereich der Ptolemäer. Sie erläuterte die unterschiedlichen Funktionen des Wassers im ptolemäischen Ägypten. Hier zeigte sie lokale und kultische Einflüsse auf Wasserpolitik sowie für die symbolische Funktion von Wasserlandschaften auf und wandte sich gegen die „hydrologische Zentralstaatstheorie“. Zwei archäologische Vorträge befassten sich mit dem Hinterland griechischer Siedlungen in Italien: L. Baumer (Klassische Archäologie/Genf) berichtete über ein neues Survey-Projekt in Stadtgebiet und Umland des antiken Kroton in Kalabrien. Über die Zwischenergebnisse eines Surveys in Sizilien zur Erforschung des Hinterlands von Gela und Agrigent referierte J. Bergemann (Klassische Archäologie/Göttingen). Er betonte die wichtige Rolle sakraler Orte als Kontaktzonen zwischen griechischen Einwanderern und den einheimischen Bewohnern des Hinterlandes. Ein dritter geographischer Schwerpunkt lag im Schwarzmeergebiet. A.-C. Dan berichtete über neuere Forschungen des DAI in Zusammenarbeit mit dem CNRS und dem Staatlich Historischen Museum Moskau im Bereich der Halbinsel von Taman und der dort gelegenen griechischen Kolonien. Im Anschluss entwickelte M. Helzle (Klassische Philologie/Wertheim a. M.) in Auseinandersetzung mit Ovids Exildichtung das Bild von Ovid, der die Landschaft seiner Verbannung in Tomi am Schwarzen Meer als „Un-Welt“, als Anti-Italien erfahren habe. R. Kirstein (Klassische Philologie/Tübingen) stellte die Metamorphosen Ovids ins Zentrum seiner Ausführungen. Er definierte hierbei Landschaft als Kombination unterschiedlicher Natur-Elemente, die zu einem übergreifenden Ganzen eigenen Rechts integriert würden. Landschaft sei infolgedessen stets ein subjektiv erstelltes Konstrukt, welches nur in der Wahrnehmung existiere. Ein dritter Vortrag von F. Witek (Klassische Philologie/Innsbruck) zum Thema ‚Heimat und Heimatlandschaft‘ musste wegen Erkrankung leider entfallen.

      Auf der 32. Großen Mommsen-Tagung wurde außerdem der Blick auf ‚Aktuelles‘ in den Altertumswissenschaften gelenkt: Der Nachmittag des zweiten Veranstaltungstages bot Raum für zwei Sektionen „Aktuelle Forschungen“. Hier hatten Mitglieder der Mommsen-Gesellschaft e.V. unabhängig vom Oberthema der Tagung die Möglichkeit – wie in früheren Jahren üblich – über ihre jüngsten Projekte zu berichten. Dieses Angebot fand breites Echo bei den Mitgliedern und spannte für die Zuhörer in fünf Vorträgen einen weiten thematischen, chronologischen und methodischen Bogen von der archaischen Zeit bis in die Spätantike. P. Grossardt (Klassische Philologie/Leipzig) interpretierte die Erzählung von der Blendung Homers am Grab des Achilleus als im Gebiet von Lesbos entstandene Erzählung (charter myth) aus archaischer Zeit; S. Moraw (Klassische Archäologie/Berlin) vertrat die These einer spezifisch ambivalenten Charakterisierung des Odysseus auf archäologischen Darstellungen der Spätantike. Ch. Zgoll (Klassische Philologie/Göttingen) legte eine Neuinterpretation der Horazode 3.30 vor: Der Dichter beanspruche in dieser Ode einen (noch) dauerhafteren Ruhm für seine Werke, als dem berühmtesten Bronzewerk der Antike, dem gestürzten Koloss von Rhodos und den Pyramiden beschieden sei. U. Tischer (Klassische Philologie/Potsdam) erläuterte ihre Arbeiten zu Theorie und Praxis des Zitierens in römischer Prosa, und W. Rieß (Alte Geschichte /Hamburg) stellte sein neues Projekt einer Datenbank zur Gewalt in Griechenland und Rom vor.

      Die neu eingeführte Sektion „Strukturen und Methoden in den Altertumswissenschaften“, welche nach Möglichkeit auch in Zukunft bei den Mommsen-Tagungen ihren Platz haben soll, widmete sich ebenfalls den Möglichkeiten und Veränderungen, welche die verstärkte Entwicklung computergestützter Verfahren und die Digitalisierung der Text-und Bildressourcen für die Arbeit der Altertumswissenschaften mit sich bringt. Hier stellte Ch.Schubert (Alte Geschichte/Leipzig) und ihr Team (R. Kath; M. Rücker) das digitale Tool ‚e-AQUA‘ (Extraktion von strukturiertem Wissen aus antiken Quellen für die Altertumswissenschaften) vor, welches neue methodische Zugänge zu Begriffsgeschichte und Quellenkritik eröffnen kann. Für den verhinderten M. Rehbein waren kurzfristig B. Jussen und seine Mitarbeiterin S. Schwandt (Mittelalterliche Geschichte/Frankfurt) eingesprungen. Sie zeigten die Möglichkeiten eines weiteren digitalen Tools auf: Das Projekt HSCM (Historical Semantics Corpus Management) hat die Funktion eines annotierten Lexikons, welches die Chronologie und Häufigkeit einzelner Wörter und Phrasen in ausgewählten Corpora sichtbar machen kann. M. Lang (Klassische Archäologie/e-science Center/Tübingen) wies schließlich in seinem Vortrag „Objekt – Raum – Zeit“ auf die Problematik fehlender allgemeiner Standards und verbindlicher Metadaten-Organisation bei der digitalen Aufnahme archäologischer Befunde hin und mahnte deren Entwicklung unter Einbeziehung altertumswissenschaftlicher Expertise an.

      Im Anschluß an die Sektion – Ch. Schubert/Leipzig hatte sich bereit erklärt, hier als Kontaktperson zu fungieren –, konstituierte sich eine Gruppe von Mitgliedern unter dem vorläufigen Namen „AG Digital Humanities in den Altertumswissenschaften“ und diskutierte Möglichkeiten, die Interessen der Altertumswissenschaften in diesem Bereich zu wahren und den Vorstand der Mommsen-Gesellschaft e.V. entsprechend zu unterstützen.

      Erfreuliches Echo fand - ebenfalls am ersten Abend der Tagung - auch das Treffen der Jungmitglieder der Mommsen-Gesellschaft, zu welchem Jungmitglieder aus Göttingen in Zusammenarbeit mit der Doktorandeninitiative ANG (Althistorisches Netzwerk Göttingen) eingeladen hatten. Hier standen Möglichkeiten der Förderung und Vernetzung altertumswissenschaftlicher Doktoranden im Mittelpunkt.

      Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurde der Bruno-Snell-Preis 2013 verliehen. Die Jury der Mommsen-Gesellschaft hatte den Preis auf Vorschlag des Mitglieds B. Bleckmann/Düsseldorf an Herrn Dr. Johannes Wienand/Düsseldorf vergeben für seine Dissertation „Der Kaiser als Sieger. Metamorphosen römischer Herrschaftsrepräsentation zwischen Principat und Spätantike“. 

      Festvortrag

      Der Höhepunkt der Tagung 2013 fand in der Historischen Aula der Georg August Universität statt: Der Berner Althistoriker S. Rebenich sprach im öffentlichen Abendvortrag zum Thema:  Altertumswissenschaften zwischen Kaltem Krieg und Studentenrevolution. Zur Geschichte der Mommsen-Gesellschaft von 1950-1968. Rebenich hatte für seinen Vortrag erstmals auf die Akten des kürzlich in die Bayerische Staatsbibliothek München überführten Archivs der Mommsen-Gesellschaft zugreifen können und stützte sich außerdem auf Interviews mit Zeitzeugen. Er betonte u.a. die Bedeutung der Mommsen-Gesellschaft in der Nachkriegszeit, in der die Gründer des Verbands (Bruno Snell/Hamburg und der im Nationalsozialismus aus rassischen Gründen verfolgte Kurt Latte/Göttingen) sich für die Wiedereingliederung der deutschen Altertumswissenschaften in die internationale Community einsetzten. Der Vortrag bildete den Auftakt zur weiteren Erforschung der Geschichte der Mommsen-Gesellschaft als eines Verbands, der die Wissenschaftskultur der Bundesrepublik nachhaltig mitgeprägt hat.

      Für die Veranstalter: Prof. Dr. Tanja Scheer

    • Aug 15
      33. Große Mommsen-Tagung 2015 in Würzburg

      Dienstag, 15. August 2017 13:09

      Von Donnerstag, dem 16. bis Samstag, den 18. April 2015 fand die 33. Große Tagung der Mommsen-Gesellschaft zum Thema „Formen der Kommunikation durch Bild, Wort und Text in der Antike“ in Würzburg statt. Ausgerichtet wurde der Kongreß durch Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Erler und Dr. J.E. Heßler vom Lehrstuhl für Gräzistik. Das breite Themenspektrum ermöglichte es, durch die Beiträge aus den drei in der Gesellschaft vertretenen Hauptgebieten (Archäologie, Alte Geschichte, Klassische Philologie) eine stimulierende Vielfalt an Forschungsperspektiven und -methoden zu verschiedenen Mitteilungsstrategien in der Antike darzubieten. Teilgenommen haben an der Konferenz rund 170 angemeldete Gäste sowie interessierte Würzburger KollegInnen und Studierende aus den altertumswissenschaftlichen Fächern. Das Tagungsprogramm zum Download finden Sie hier. 

       

      Überblick

      Nach der Begrüßung durch M. Erler, gefolgt von den Reden des Universitäts-Präsidenten A. Forchel, des Leiters des Referats für Wissenschafts-, Forschungs- und Kunstpolitik der Bayerischen Staatskanzlei M. Mihatsch, des Würzburger Oberbürgermeisters Ch. Schuchardt, des Prodekans der Philosophischen Fakultät Th. Baier und der Vorsitzenden des Deutschen Altphilologenverbandes S. Vogt, wurde das wissenschaftliche Programm in der Neubaukirche der Universität Würzburg eröffnet durch die Vorträge von H. von Staden und G. Crane (Erste Sektion). Die Vortragenden setzten sich mit der Vermittlung von Fachwissen in der Antike bzw. der Zukunft der Klassischen Philologie im digitalen Zeitalter auseinander. Die auf Donnerstag und Freitag aufgeteilte zweite Sektion sah fünf Beiträge vor, zwei aus der Alten Geschichte, zwei aus der Archäologie und einen aus der Klassischen Philologie. Die Beiträge befaßten sich sowohl mit Problemen der Kommunikation durch öffentliche figurative Darstellungen wie Grabmäler (K. Sporn) oder kultbezogene Gemälde (M. Meyer) als auch mit kommunikativen Mechanismen der Machtausübung (R. Pfeilschifter, A. Winterling) und mit der exemplarischen Darstellung tugendhaften Verhaltens (Ch. Reitz). Am Donnerstagabend wurden die Tagungsgäste vom Bürgermeister der Stadt Würzburg A. Bauer empfangen. Es folgten am Freitagnachmittag in der dritten Sektion die Kurzvorträge zu laufenden Projekten. Ein disziplinübergreifender Beitrag berichtete über die Möglichkeiten einer digitalen Repräsentation des bibliographischen Materials zur Erforschung der antiken Welt (Gnomon online und Zenon). Die restlichen Beiträge orientierten sich einerseits auf Edition, Übersetzung, Kommentierung und ggf. digitale Bereitstellung fragmentarischer Zeugnisse antiker Literatur und Geschichte (CIL XVII Miliaria Imperii Romani; Kleine und fragmentarische Historiker der Spätantike; Kommentierung der Fragmente der griechischen Komödie), andererseits auf vielversprechende, durch Anwendung innovativer Technologien entwickelte Reproduktionsverfahren antiker Handschriften (Neue Einblicke (nicht nur) in herkulanensische Papyri). Die vierte Sektion der Tagung, die am Freitag im Toskanasaal der Würzburger Residenz stattfand, wurde als round-table der Vorstellung von Forschungsvorhaben von Nachwuchswissenschaftlern gewidmet. Die Vorträge konzentrierten sich hauptsächlich auf kommunikationstheoretische Aspekte im Werke verschiedener Autoren: Epikur (V. Damiani), Horaz (I. Gundlach), Seneca/Cicero/Laktanz (A. Junghanß), Platon (B. Kaiser). Der in der Neubaukirche gehaltene Abendvortrag von D. Konstan, der die Verbreitung athenischer Kulturmodelle durch die neue Komödie bewertete, sorgte für lebhafte Diskussion. Mit dem Ausflug zum Aschaffenburger Pompejanum unter der Führung von V. Kockel (Augsburg) und mit der Weinprobe im Hofkeller der Residenz in Würzburg schloß das Tagungsprogramm.

       

      Sektion 1: Eröffnungsvorträge

      H. von Staden (Institute for Advanced Study, Princeton) setzte sich als Ziel, Aspekte der Interaktionsdynamik und des Verhältnisses unterschiedlicher Vermittlungsmedien in antiken Fachtexten zueinander und anschließend die Problematisierung solcher Kommunikationsmittel, wie sie bereits in jenen Texten zu erkennen ist, zu erörtern. Durch Textbeispiele wie die Πολιορκετικά des Apollodorus von Damaskus und die Μηχανικὴ σύνταξις des Philon zeigte von Staden, wie die Unzulänglichkeit der sprachlich-textualisierenden Vermittlung (vor allem aufgrund der Unklarheit der technischen Terminologie und der Komplexität der Materie) kompensiert werden könne. Dies geschehe einerseits durch den Einsatz von Illustrationen,die teilweise noch in der handschriftlichen Überlieferung erhalten sind, andererseits durch Hinweise auf den performativen Aspekt der vermittelten τέχνη, was die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse mittels eines durch bestimmte Regeln strukturierten Wissens ermöglicht. Bereits Plinius unterziehe die Funktion von Abbildungen in der Wissensvermittlung einer kritischen Betrachtung, während die Wirksamkeit der kooptierenden Strategie der Performanz im Text selbst, etwa durch eine genaue und lebendige Beschreibung des wissenschaftlichen Handels, bei Galens Περὶἀνατομικῶν ἐγχειρήσεων klar zu beobachten sei.

      Der Beitrag von G. Crane (Leipzig/Tufts University), Leiter des Open Philology Project und Inhaber des Humboldt Chair of Digital Humanities an der Universität Leipzig, befaßte sich mit der Frage, wie die Kenntnisse, die man in der Klassischen Philologie erzeugt, die Werte, die man durch sie vertritt und ihre sozialen Rechtfertigungsmöglichkeiten zum Zweck einer nachhaltigen Zukunftsgestaltung für die Disziplin zu definieren seien. Die Anpassung der Informationen an die Standards der digitalen Darstellung und Bearbeitung biete dafür eine passende Antwort. Die klassische Philologie, immer noch als universae antiquitatis cognitio historica et philosophica (Boeckh 1822) konzipiert, solle demnach ihre Ergebnisse einem Weltpublikum zugänglich machen (open access publication, open data) und gleichzeitig die Grenzen des Begriffs „Klassisch“ auf die ganze klassische und nachklassische Tradition erweitern. Die Repräsentation der von der Altertumsforschung produzierten Kenntnisse müsse dabei die Form der machine-actionable annotation annehmen sowie Instrumente von corpus linguistics, computational linguistics und text mining auswerten. Der digitale Wandel könne nach Cranes Einschätzung zu einer besseren Etablierung der Rolle der Klassischen Philologie in der heutigen Gesellschaft beitragen.

       

      Sektion 2: Langvorträge

      R. Pfeilschifter (Würzburg) analysierte in seinen Ausführungen die Rolle von Machtrhetorik und Selbstinszenierung am Beispiel des Hunnenkönigs Attila. In seiner Einleitung erklärte Pfeilschifter den Sinn einer „positiven Selbstinszenierung“ dem eigenen Volk gegenüber am aktuellen Fall des Präsidenten der russischen Föderation Wladimir Putin; danach definierte er durch eine textnahe Betrachtung der Zeugnisse aus dem Gesandtschaftsbericht des Priscus von Panion die rhetorische Strategie der Selbstdarstellung, die Attila in Anwesenheit der römischen Botschafter zielgerichtet anwendet, als eine derjenigen von Putin typologisch entgegengestellte „negative Selbstinszenierung“. Attila kommuniziere eher nach außen, d.h. hauptsächlich sei seine intendierte Botschaft an die römischen Gesandten gerichtet. Er zeige sich demnach als jähzorniger, wilder Mann, als „Barbar“ nach griechisch-römischer Vorstellung. So entstehe eine asymmetrische Kommunikationssituation: Die Römer, die Attilas nach seinem Interesse dosiertes Kalkül nicht als solches erkennen können, glauben, dieser sei in seinem Verhalten beschränkt, beschränken sich gerade dadurch aber selbst in ihren diplomatischen Möglichkeiten.

      Im Vortrag von K. Sporn (DAI Athen) stand der kommunikative Wert griechischer Grabbilder im Fokus. Besonders in Athen (z.B. in den Grabbezirken am Kerameikos) sei eine deutlich ausgeprägte Standardisierung der Darstellungsmotive zu beobachten. Das Familienmotiv, zusammen mit Fällen ostentativer Genealogie sei dort aus politischen Gründen besonders relevant, etwa für das Erkennen des athenischen Bürgerstatus, für das der Verweis auf die Existenz von Familiengräbern von großer Bedeutung war). Seltener seien individuelle Züge zu finden; Hauptsorge sei in der Tat, die Teilnahme am demokratischen System der Polis zu demonstrieren. Im übrigen Griechenland komme eine differenziertere Situation vor: Grabinschriften und Grabmäler mit Familiendarstellungen seien wiederum wesentlich weniger verbreitet, wobei nicht bildbezogene Elemente wie die Größe der Grabbauten selbst als Kommunikationsinstrumente und Symbole des Familienzusammenhaltes in Frage kämen. Im Unterschied zu Athen komme außerdem in den gezeigten Fällen wie auch an einigen Orten Attikas außerhalb Athens persönlichen Motiven eine viel größere Bedeutung zu.

      Eine philologische und ikonographische Interpretation von Bilderprogrammen zur Darstellung römischer Tugenden bzw. tugendhafter Menschen besonders in der Renaissance vermittelte der Beitrag von Ch. Reitz (Rostock). Ausgangsfrage war, wie sich die erstaunliche Stabilität des römischen Kanons berühmter Frauen und Männer durch die Jahrhunderte erklären läßt. Der Schlüssel liege in der Polyvalenz der dargestellten Exempla. Darum lohne es sich immer, einerseits die antiken Quellen im Blick zu behalten, um Interessenlage und Belesenheit von Auftraggebern und Künstlern zu rekonstruieren, andererseits aber die Mehrdeutigkeit der Bilder zu thematisieren. Einen solchen Versuch unternahm Reitz am Beispiel der Anticappella des Palazzo Pubblico in Siena (insbesondere der Wandgemälde von Taddeo di Bartolo), der Sala dei Giganti in Padua, deren Bildprogramm sich auf Petrarca zurückführen läßt, sowie des Bilderfrieses im Billardzimmer des Schweriner Schlosses. Dabei ergab sich das Verhältnis zwischen Textquellen und Bildern als Spiegel der jeweiligen Rezeptionsbedingungen. In diesem Zusammenhang verwies Reitz abschließend auf den ästhetischen und dokumentarischen Wert von Daktyliotheken (die gerade in Rostock besondere Aufmerksamkeit bekommen) zur Erforschung der Tradition der viri illustres.

      M. Meyer (Wien) zeigte, wie Neuerungen im Bereich des Kultes durch Erwägung ihrer visuellen Kommunikation aus Neuerungen im Bereich des Mythos zu erschließen seien, wobei Mythen eine Begründungsfunktion erhalten. Ein Paradebeispiel erkannte Meyer im Mythos des athenischen Urkönigs Erechtheus. Der Erdgeburtsmythos, nach dem Erechtheus von Gaia geboren und von Athena aufgezogen wird, sei in dieser Beziehung von Bedeutung: Eine andere Version der Geschichte sieht eine Spaltung der Figur des Erechtheus vor, denn der Neugeborene heißt in jenem Fall Erechthonios, der sonst in Königslisten als Großvater des Erechtheus erscheint. Die Neuerung sei, so Meyer, mit der Phylenreform 508/7 zu verknüpfen, die Erechtheus zum Phylenheros machte. Die neue Fassung des Mythos würde bei den Panathenäen vorgetragen und durch dauerhafte Ausstellung eines Bildes bekanntgemacht, was auch die Uniformität der Vasendarstellungen erkläre. Eine Anspielung auf das Bild sei in Euripides’ Ion zu finden. Mit der Phylenreform sei auch die Rolle des Erechtheus als Landesverteidiger (er wehrt den Angriff der Eleusiner auf Athen durch Eumolpos ab) und sein gemeinsamer Kult mit Poseidon festgelegt worden: der entsprechende Begründungsmythos schildere Euripides in seinem fragmentarisch erhaltenem Erechtheus.

      Der letzte Vortrag der zweiten Sektion, gehalten von A. Winterling (HU Berlin), untersuchte die Kommunikationsverhältnisse zwischen Kaiser und Aristokratie im 1. Jhdt. n.Chr. Die grundsätzliche Rivalität zwischen beiden Seiten werde durch eine unaufrichtige, konfliktüberdeckende Kunst der Kommunikation gesteuert, die oberflächlich gegenseitige Akzeptanz und Schätzung zum Ausdruck bringt, so daß das Gesagte gerade dem Gegenteil dessen, was gemeint ist, entspreche. Dabei sei jedoch allen klar, was die Gegenseite in Wahrheit beabsichtige. Diese Beziehung finde in der Interdependenz zwischen Kaiser und Aristokratie eine historische Begründung: Der Kaiser brauche eine Legitimierung seiner Alleinherrschaft durch die alten republikanischen Institutionen, während die Aristokratie ihrerseits ihr Fortleben ohne das Erringen kaiserlicher Gunst nicht absichern könne. Auf der Seite der Aristokratie mache sich dieser Verdiensteifer vor allem in gegenseitigen Denunziationen sichtbar, was wiederum zur Desintegration der inneren aristokratischen Beziehungen führe. Andererseits erweise sich die Legitimierung der Macht des Kaisers durch die paradoxe Bindung mit der Aristokratie als sehr instabil.

       

      Sektion 3: Projektvorstellungen

      A. Kolb (Zürich) präsentierte das von ihr geführte Editionsprojekt für den 17. Teil des Corpus Inscriptionum Latinarum. Das Projekt wird von der DFG und vom Exzellenzcluster TOPOI (Berlin) unterstützt und strebt eine systematische, kommentierte und dokumentierte Ausgabe der Meilensteine im gesamten Imperium Romanum an. Die üblicherweise in Form einer ca. 3 Meter hohen Säule gestalteten miliaria (erhalten sind rund 800) wurden als Entfernungsmarkierungen auf den viae publicaeerrichtet. Ihre dokumentarische Bedeutung liegt vor allem darin, daß sie nicht nur Informationen über das Straßennetz des Römischen Reichs liefern, sondern auch durch ihre Inschriften Instrumente der kaiserlichen Propaganda darstellen.

      Das auf 15 Jahre angelegte Forschungsvorhaben Kleine und fragmentarische Historiker der Spätantike, vorgestellt von M. Stein (Düsseldorf), setzt sich zum Ziel, eine Textgrundlage für die Ereignisgeschichte der Spätantike (Zeitspanne: 3-6 Jhdt. n.Chr.) durch die lediglich fragmentarisch erhaltenen zeitnahen Quellen zur Verfügung zu stellen und damit veraltete bzw. unvollständige Fragmentsammlungen zu ersetzen. Die Texte werden mit einem kritischen Apparat, einer deutschen Übersetzung, einer Einleitung und einem Kommentar (aus philologischer und historischer Perspektive) versehen. Zur Zeit zählt man ca. 90 Autoren, darunter lateinische und griechische, Profan- und Kirchenhistoriker. Die Reihe wird beim Verlag Schöningh veröffentlicht (4 Bände sind zur Zeit bereits erschienen).

      Neue Perspektiven vor allem im Bereich der herkulanensischen Papyrologie zeigten die von J. Hammerstaedt (Köln) dargestellten Projekte. Das erste wird von der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Kölner Arbeitsstelle für Papyrologie, Epigraphik und Numismatik unterstützt. Es sieht die Verfertigung neuer Aufnahmen herkulanensischer Papyri vor, die durch kombinierte MSI- (Multispectral Imaging) und RTI-Technologie (Reflectance Transformation Imaging) eine Lektüre der Handschriften sowohl bei verschiedenen Wellenlängen als auch bei wechselnden Lichteinfällen ermöglichen. Ein zweites Projekt führt die Anwendung des Phase-Contrast X-Ray Imaging mittels der Synchrotron Radiation Facility in Grenoble (auf Initiative des italienischen Physikers V. Mocella) auf noch ungeöffnete Papyri durch, um den enthaltenen Text erkennen zu können.

      G. Weber, A. Hartmann (Augsburg) und S. Thaenert (Berlin) präsentierten die Ergebnisse des von dem Augsburger Lehrstuhl für alte Geschichte und dem DAI in Berlin umgesetzten Kooperationsprojekts Bibliographische Datenbanken als visualisiertes Wissensnetz (2013-2014, Programm CLARIN-D) zum Aufbau eines Prototyps einer neuen altertumswissenschaftlichen Literaturplattform, die Zugriff auf Daten der Gnomon-bibliographischen Datenbank und der Zenon-Datenbank (DAI) gewährleistet. Das Projekt sah zwei Module vor: 1) Aufbau und Abgleich beider Datenbestände, Disambiguierung und Normierung bestehender Daten; 2) Metadatenkonvertierung und Bereitstellung über ein Web-Portal. Zukünftige Arbeiten werden sich auf die Berechnung und Darstellung eines Wissensnetzes (basierend auf semantischen Verhältnissen zwischen Schlagwörtern) konzentrieren.

      Das seit 2011 in Freiburg angesiedelte Projekt Kommentierung der Fragmente der griechischen Komödie (15 Jahre), geleitet von B. Zimmermann, schloß die dritte Sektion der Tagung ab. Textgrundlage des Unternehmens ist die Edition der Poetae Comici Graeci von Kassel-Austin. Durch Mitwirkung internationaler Mitarbeiter, vor allem aus Italien, beabsichtigt die Freiburger Arbeitsgruppe eine systematische Kommentierung fragmentarischer Texte der griechischen Komödie. Die Texte werden von einer umfassenden kontextualisierenden Einleitung und einer Übersetzung in moderner Sprache begleitet. 9 Bände sind bereits beim Verlag Antike in Heidelberg in der Reihe Fragmenta comica erschienen; 28 sind insgesamt geplant. Die Bände sind chronologisch angelegt und enthalten in der Regel sowohl Einzelautoren als auch mehrere poetae minoreszusammen.

       

      Sektion 4: round table

      Der Beitrag von V. Damiani (Würzburg/SNS Pisa) befaßte sich mit der Untersuchung normativer Aussagen über die Gattungsmerkmale des philosophischen Kompendiums in Epikurs Werk. Als Fallstudie wurden die Episteln an Herodot und an Pythokles herangezogen. Die explizite Bestimmung der Adressaten durch Epikur selbst führt zu einer Interpretation der literarischen Form beider Texte, denen sowohl die Funktion der εἰσαγωγή(Einführungsschrift) als auch die der ἐπιτομή (als Repetitorium der Lehre) zugewiesen werden konnte. Außerdem wurde die Beziehung zwischen Lehrbriefen und Gemeindebriefen erörtert. Abschließend unterzog Damiani das Verhältnis zwischen Epikurs Hauptwerk Περὶ φύσεως und den Kurzfassungen einer Prüfung. Ergebnis war der Vorschlag, die Kompendien zur Physiologie als autonome Schriften zu interpretieren, die daher strukturell unabhängig von Epikurs opus maius zu sehen seien.

      I. Gundlach (Tübingen) erläuterte die Interaktion zwischen semantischen Feldern in poetologischen Aussagen bei Horaz, Properz und Ovid. Insbesondere die Metaphorik der Landschaft, des Weges und der Schiffahrt wurden im Vortrag exemplarisch herangezogen. Durch die Metapher der Landschaft könne der Dichter Themenfelder sowie Elemente der Gattung zum Ausdruck bringen; das Bild des Weges symbolisiere oft die Stellung des Autors innerhalb einer Tradition (etwa wenn der poetische „Weg“ vom Autor selbst bestimmt wird); auch die metaphorische Fahrt sei vielfältig belegt: Das große Schiff (Epik) stelle z.B. Properz dem kleinen Kahn (Elegie) gegenüber, während Ovid im Gegenteil von größeren Segeln (velis maioribus) spreche, um zu zeigen, daß auch in der Elegie epische Stoffe behandelt werden können.

      A. Junghanß (Dresden) behandelte die Konzeption des beneficium bei Cicero, Seneca und Laktanz. Ciceros Absicht sei die Bestimmung dessen, was man einem anderen jeweils schulde; Seneca plädiere seinerseits für eine Form von honesta contentio zwischen beiden Seiten, die zur Entwicklung der virtus führe; für Laktanz schaffe das beneficium eher eine Beziehung zwischen Menschen und Gott, die mit Gottes Gabe der Offenbarung anfange. Alle drei hätten dennoch gemeinsam die Annahme, daß im beneficium jeweils die Beziehung der Partner und ins besondere ihre Position zueinander kommunikativ verhandelt wird. Junganß’ Ausführungen stützten sich auf die Gabetheorie von Marcel Mauss und die Kommunikationstheorie von Watzlawick, Beavin und Jackson.

      Der letzte Referent des round table, B. Kaiser (Dresden), schlug einen Vergleich zwischen der Kommunikationstheorie von Watzlawick, Beavin und Jackson und Platons Inszenierung von Kommunikationsstörungen in seinem Dialog Gorgias vor. In der Perspektive der WBJ-Theorie mißlinge die Kommunikation zwischen Sokrates und seinen Gesprächspartnern hauptsächlich, weil dabei ständig die Ebene des Inhaltes (an die sich Sokrates fast immer hält) mit der der Beziehung (auf die jene zurückgreifen) kollidiere. Anstatt aber einen Abgleich der Diskussionsebenen als Lösungsansatz zu verwenden, konzipiert Platon gerade die emotionale Erregung der Gesprächspartner wie einen transitorischen Zustand mit produktivem Potential, indem er die therapeutische Rolle des ἔλεγχοςin dramatischer Form umsetzt.

      Der große Zuspruch bei diesem Programmpunkt läßt darauf hoffen, daß sich die Nachwuchsrunde auch bei kommenden Mommsen-Tagungen etabliert und künftig viele Bewerbungen aus allen drei altertumswissenschaftlichen Fachdisziplinen eingehen.

       

      Abendvortrag

      Letzter Beitrag des Kongresses war der Abendvortrag von D. Konstan (Brown University/NYU). Konstan versuchte für das von John Ma als „große Konvergenz“ bezeichnete Phänomen, d.h. die Konvergenz stadtbürgerlicher Praktiken, politischer Einrichtungen und geistiger Auseinandersetzungen, die sich nach der Eroberung durch Alexander den Großen in den griechischen Städten ereignet, eine Erklärung zu bieten. Auf kultureller Ebene sei die Verbreitung der neuen Komödie eine der Ursachen. Die neue Komödie biete ein idealisiertes Bild Athens, das wiederum die sozialen Verhältnisse und die Vorstellung der Lebensweise beim Publikum beeinflußt. Dieser Sachverhalt wurde veranschaulicht durch einen Vergleich mit der gesellschaftlichen Wirkung der romantischen Komödie als Genre der Hollywood-Cinematographie der ersten Nachkriegszeit: in einem Film wie It Happened One Night (1934) finde man, was vor allem die Darstellung einer demokratischen Ideologie von Klassengleichheit angeht, genau dieselben patterns, die z.B. auch bei Menander zu beobachten sind. Denn sowohl die neue Komödie als auch ihre gattungshistorische Entwicklung vermittelten ein bestimmtes Konzept glücklichen Lebens, an das sich dann das Publikum anpassen möchte. Darauf sieht Konstan eine Anspielung im berühmten Spruch des Aristophanes von Byzanz, ὦ Μένανδρε καὶ βίε, πότερος ἄρ’ ὑμῶν πότερον ἀπεμιμήσατο;

       

      Anmerkungen:

      (1) Plin. Nat. 28,5.

      (2) http://www.dh.uni-leipzig.de/wo/projects/open-greek-and-latin-project.

      (3) Fr. 11-14 Blockley. Es handelt sich um einen Bericht der 448-449 n.Ch. unter Theodosius II unternommenen Gesandtschaft zum Hunnenkönig Attila.

      (4) Früheste Quelle ist Hom. Il. 2,547-48.

      (5) Apollod. 3,6.

      (6) E. Ion 271: ὥσπερ ἐν γραφῇ νομίζεται.

      (7) http://www.research-projects.uzh.ch/p4532.htm.

      (8) http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/historiker-der-spaetantike/.

      (9) http://www.nature.com/ncomms/2015/150120/ncomms6895/full/ncomms6895.html.

      (10) http://www.presse.uni-augsburg.de/unipressedienst/2013/april-juni/2013_109/.

      (11) http://www.komfrag.uni-freiburg.de/.

      (12) Prop. 3,9,1-4.

      (13) Ov. Fast. 2,1-8.

      (14) Off. 2.

      (15) Ben.

      (16) Div. Inst. 5-6.

      (17) PCG VI 2, 83.

       

      Für die Gesellschaft berichteten Vincenzo Damiani (Würzburg), Dr. Jan Erik Heßler (Würzburg).

    • Aug 15
      Finanzierungszuschüsse

      Dienstag, 15. August 2017 12:33

      Die Mommsen-Gesellschaft stellt aus ihrem eigenen finanziellen Budget seit 2012 je Quartal 500 Euro zur Förderung von Tagungsaktivitäten des wissenschaftlichen Nachwuchses bereit. Antragsberechtigt sind Jungmitglieder laut § 9 der Satzung, die Entscheidung erfolgt jeweils nach Quartalsende durch Vorstandsbeschluss. Eventuelle Restbeträge können ins Folgequartal übertragen werden.

      Gefördert wird die Durchführung selbst organisierter Doktorandenforen mit dem Ziel, sich über die eigene Universität hinaus mit dem altertumswissenschaftlichen Nachwuchs zu vernetzen und Erfahrungen in der Tagungsorganisation zu erwerben.

      Außerdem können Reisekostenzuschüsse zu internationalen wissenschaftlichen Tagungen mit eigenem Vortrag beantragt werden.

      Es genügt ein formloser Antrag, jederzeit einreichbar, an die Zuständigen für Nachwuchsförderung mit kurzer Vorstellung des Tagungsthemas sowie des eigenen Vortragsthemas, der Motivation für die Teilnahme an dieser Tagung bzw. Organisation des Kolloquiums sowie einer Kostenaufstellung.

    • Aug 15
      Kleine Mommsen-Tagung 2010 in Erfurt

      Dienstag, 15. August 2017 11:12

      Die Kleine Mommsen-Tagung 2010 fand vom 1. bis zum 3. Oktober an der Universität Erfurt statt und stand unter dem Thema “Privatheit und Öffentlichkeit in antiken Gesellschaften“

      Zu einigen visuellen Eindrücken siehe: Link.

      Mitveranstalter der Tagung waren die Universität Erfurt mit ihrem Präsidenten Kai Brodersen sowie die dort angesiedelte DFG-Kollegforschergruppe „Religiöse Individualisierung in historischer Perspektive“ mit Jörg Rüpke als einem ihrer Sprecher.

      http://www.uni-erfurt.de/max-weber-kolleg/kfg/

      http://www.uni-erfurt.de/uni/aktuelles/kleine-mommsentagung-in-erfurt/

       

      Am Verhältnis zwischen privaten und öffentlichen Bereichen lassen sich wesentliche Merkmale von Gesellschaften, Kulturen und Epochen erkennen, an dessen Veränderung dementsprechend Faktoren und Richtungen sozialer und kultureller Entwicklungen. Das Ankleidezeremoniell an den Fürstenhöfen des Absolutismus oder die Bekanntgabe von bis vor kurzem allgemein als „Privatsache“ geltenden Informationen aus der Intimsphäre in Fernsehtalkshows oder Internetforen können als Merkmale zeitspezifischer Ausprägungen solcher Relationen gelten.

       

      Daß vor diesem Hintergrund die Definition von „privat“ und „öffentlich“ und die Frage der Abgrenzbarkeit beider Felder immer wieder kontrovers diskutiert werden, liegt auf der Hand, ebenso die Annahme, daß die Projektion eigener Erfahrung und Praxis auf die antiken Verhältnisse durch die Forschung diese in besonders starkem Maß beeinflußt. Dies sollte aber für den auf der Tagung erstrebten Austausch kein Hindernis darstellen, sondern ihn im Gegenteil anregen. Als Beispiele für Themenfelder, die sich gerade unter dem Aspekt ihrer Relevanz für alle beteiligten Disziplinen als besonders geeignet anbieten, ließen sich etwa benennen:

      - „Öffentlich“ und „privat“ in der Forschung der altertumswissenschaftlichen Disziplinen, auch im Vergleich

      - „Öffentlich“ und „privat“ im antiken Luxusdiskurs: publica magnificentia und privata luxuria als Topos der politischen Auseinandersetzung; Beziehungen zwischen den Schrift- und Bildquellen

      - Öffentlicher und privater Raum in der antiken Stadt: Kriterien ihrer Erkennbarkeit im materiellen Befund; Definitionsfragen; Eingriffe des einen in den anderen Bereich;

      - Literaturbetrieb: Formen literarischer Öffentlichkeit und ihre zeitspezifischen Veränderungen.

      - Öffentliches und Privates in der Rechtsprechung antiker Gesellschaften

      - Öffentlichkeit und Privatheit in der religiösen Praxis der Antike. Ein solches Themenfeld könnte sich nicht zuletzt durch die Beteiligung der Erfurter DFG-Kollegforschergruppe „Religiöse Individualisierung in historischer Perspektive“ als besonders ergiebig erweisen, umfasst diese doch u. a. die beiden Teilprojekte „Religiöse Individualisierung in der mediterranen Antike“ und „Religiöse Individuen und Gruppen im römischen Reich und in der Spätantike“, deren Anknüpfungspunkte zum Tagungsthema auf der Hand liegen.

       

      Programm (Download Programm; Download Poster)

       

      Tagungsort: Universität Erfurt, Campus Nordhäuser Str. 63, 99089 Erfurt, Lehrgebäude 2, Hörsaal 5

       

      Freitag, 1. Oktober

      13.00 Begrüßung und Eröffnung
      13.30 – 13.55 Ursula Mandel (Frankfurt a. M.), Bilder und Texte des griechischen Symposions zwischen Intimität und Öffentlichkeit
      13.55 – 14.20 Ulrich Kühn (Berlin), Öffentlicher und privater Raum in den Dialogen Platons
      14.20 – 14.40 Diskussion
      14.40 – 15.05 Wulf Raeck (Frankfurt a. M.), Zur Semantik privater und öffentlicher Architektur in Griechenland und Rom
      15.05– 15.30 Jens-Arne Dickmann (Heidelberg), Öffentlichkeit und Privatheit in der römischen domus
      15.30 – 15.50 Diskussion
      15.50 – 16.15 Pause
      16.15 – 16.40 Annette Hupfloher (Erfurt), Kultgründungen im klassischen Athen: öffentlich und privat?
      16.40 – 17.05 Maria Xagorari-Gleißner, (Erlangen), Von der Göttin des Herdes zur Göttin der Polis. Meter Theon auf der Athener Agora
      17.05 – 17.25 Diskussion
      17.25 – 17.50 Maria Theotikou (Münster), Öffentliches und Privates in der Rechtsprechung griechischer Heiligtümer
      17.50 – 18.15 Jörg Rüpke (Erfurt), Das Heilige und das Öffentliche: Juristische Begriffstrategien als Faktor römischer Religionsgeschichte
      18.15 – 18.35 Diskussion
      19.30

      Abendvortrag für erweiterten Zuhörerkreis:

      Hans Kloft (Bremen),  Geld als Herrschaftsmittel. Die Finanzen und das Problem privat-öffentlich in der griechisch-römischen Welt (Vortrag im Coelicum im Kreuzgang des Doms, Erfurter Altstadt)

      Empfang am Coelicom, Erfurter Altstadt 

       

      Samstag, 2. Oktober 2010

      08.30 – 08.55 Fritz Felgentreu (Berlin), Per „Du“ mit dem Kaiser. Themistios zur Frage religiöser Toleranz nach dem Scheitern Julians
      08.55 – 09.20 Veit Rosenberger (Erfurt), Das Private und das Öffentliche in den Viten spätantiker Bischöfe
      09.20 – 09.45 Beat Näf (Zürich), Das Dossier der Wunder des Heiligen Mauritius; zum Verhältnis von individuellem und öffentlichem Glauben
      09.45 – 10.15 Diskussion
      10.15 – 10.40 Pause
      10.40 – 11.05 Karen Piepenbrink (Mannheim), Öffentliches und Privates im attischen Gerichtsdiskurs
      11.05 – 11.30 Linda-Marie Günther (Bochum), Zur Exhibition von Familienverhältnissen in Ehreninschriften: Wie `privat´ ist Verwandtschaft in hellenistischen Poleis?
      11.30 – 11.50 Diskussion
      11.50 – 12.15 Thorsten Fögen (Durham), Privatheit und Öffentlichkeit in antiken Briefcorpora
      12.15 – 12.40 Jula Wildberger (Paris), Apostrophen an die Allgemeinheit in Senecas Briefen
      12.40 – 13.00 Diskussion
      13.00 – 14.00 Mittagspause
      14.00 – 14.25 Peter Scholz, Christian Winkle (Stuttgart), Ein Leben zugunsten aller Bürger und vor aller Augen. Die permanente öffentliche Präsenz als wesentliches Merkmal der politischen Existenz der republikanischen Senatsaristokratie.
      14.25 – 14.50 Astrid Habenstein (Cambridge), Rückzug aufs Land? Politik,  Gesellschaft und aristokratische Villenkultur in der späten römischen Republik und in der Kaiserzeit
      14.50 – 15.15 Christoph Lundgreen (Dresden), praeda et manubiae: Verteilung und Verwendung von Beute in der römischen Republik zwischen ownership, custody und Gemeinsinn
      15.15 – 15.45 Diskussion
      15.45 –  16.10 Wolfgang Hübner (Münster), Öffentliches und privates Horoskop
      16.10 – 16.20 Diskussion
      16.20 – 16.45 Pause
      16.45 – 17.10 Peter Kehne (Hannover), Zum `Privatleben´ römischer Kaiser in der  zeitgenössischen literarischen Öffentlichkeit
      17.10 – 17.35 Philipp Wälchli (Zürich), Kaiser öffentlich, privat, persönlich? Zur Deutung der Lex de imperio Vespasiani
      17.35 – 18.00 Jan Stenger (Berlin), Julian in Antiochia  oder die zwei Körper des Kaisers
      18.00 – 18.30 Diskussion
      19.00 Schlußdiskussion

       

      Sonntag, 3. Oktober 2010

      10:00

      Führungsprogramm: Die Alte Synagoge in Erfurt

      Abreise

       

      Neben den Vorträgen war in den Pausen auch die Gelegenheit für Posterpräsentationen gegeben. Hier konnten Projekte vorgestellt und diskutiert werden, die sich mit dem Rahmenthema der Tagung nur am Rande berühren oder noch nicht zur Vortragsreife gediehen sind, z. B. Qualifikationsarbeiten im Anfangsstadium.

    • Aug 15
      Kleine Mommsen-Tagung 2012 in Bremen

      Dienstag, 15. August 2017 11:11

      Die Kleine Mommsen-Tagung 2012 fand vom 4. bis 5. Oktober in Bremen statt. Als zentrale Örtlichkeit diente das am Dom gelegene Haus der Wissenschaft, das von den Hochschulen und Forschungseinrichtungen der Stadt für Vorträge und Veranstaltungen ge­nutzt wird. Der Vorstand hatte als Rahmenthema „Krankheit und Gesundheit im Altertum“ ausgewählt, das in viele Bereiche der Altertumswissenschaft hineinreicht und einen aktuellen Bezug besitzt.    

       
      In elf Vorträgen beleuchteten vornehmlich jüngere Mitglieder unserer Vereinigung literarische, archäologische und medizingeschichtliche Aspekte, denen sich eine fruchtbare Diskussion anschloss. Der Abendvortrag von Karl-Heinz Leven, Professor für Medizin­geschichte an der Universität Erlangen, mit dem Thema „Verschwörung und Kulturtransfer – Griechische Medizin in Rom und Bagdad“ war rezeptionsgeschichtlich angelegt, schlug einen großen Bogen von der Antike bis in die Neuzeit und fand in dieser Form den großen Beifall auch des städtischen Publikums.     


      Abgeschlossen wurde der Abend durch einen Empfang im Antikenmuseum, einer privaten Stiftung mit einer beeindruckenden Sammlung griechischer Vasen der klassischen Zeit. Diese Stiftung, daneben die Bremer Ärztekammer und die Universität Bremen haben die Mommsentagung finanziell unterstützt. Der Dank der Ersten Vorsitzenden Prof. Tanja Scheer, Göttingen, am Ende der Tagung ging an alle Beteiligten, an die Referentinnen und Referen­ten, an die Förderer, an die Mitarbeiter des Hauses, nicht zuletzt an den Organisator Hans Kloft, emeritierter Professor für Alte Geschichte in Bremen, für eine ertragreiche und harmo­nische Veranstaltung.

      f. d. R. Sigrid Brauckmann, Wittheit zu Bremen

       

      Das folgende aktualisierte Programm können Sie hier auch als PDF herunterladen:

      Donnerstag, 04.10.2012

      12.30-13.15 Uhr / Prof. Dr. Tanja Scheer, Prof. Dr. Tassilo Schmitt und Prof. Dr. Hans Kloft 
      Eröffnung der Tagung

      13.15-14.00 Uhr / Dr. Mathias Witt (München): 
      Antike Chirurgie: Zwischen Ethnomedizin und Innovation

      14.15-15.00 Uhr / Doz. Dr. Ergün Lafli (Izmir): 
      Krankheitsbilder und körperliche Defizite – Hellenistische Terrakotten aus Smyrna

      15.15-16.00 Uhr / Dr. Dieter Bischop (Bremen): 
      Die Bestattungen und medizinischen Geräte der Westtornekropole von Assos

      16.00-16.30 Uhr 
      Kaffeepause

      16.30-17.15 Uhr / Doct. Alexandra Eckert (Halle): 
      Krankheit als Strafe – Römer, Griechen und Sullas Tod durch die Läusekrankheit

      ---

      19.00 Uhr / Abendvortrag Prof. Dr. med. Karl-Heinz Leven (Erlangen): 
      Verschwörung und Kulturtransfer – Griechische Medizin in Rom und Bagdad

      Im Anschluss kleiner Empfang im Antikenmuseum, Marterburg 55-58, 28195 Bremen


      Freitag, 05.10.2012

      09.00-09.45 Uhr / Kornelia Kressirer (Würzburg): 
      Gesundheit und Krankheit im Alter - Beobachtungen aus der griechischen Dichtung und Bildkunst der archaischen und klassischen Zeit

      09.45-10.30 Uhr / PD Dr. Pascal Weitmann (Kiel): 
      Zum Herbarium des Wiener Dioscurides

      10.30-11.00 Uhr 
      Kaffeepause

      11.00-11.45 Uhr / Prof. Dr. Andreas Müller (Kiel):

      Spätantike Diakonien – Zur Genese des Konzepts der Heiligen Anargyren

      11.45-12.30 Uhr / Prof. Dr. Thomas Gärtner (Köln): 
      Eine Pestschilderung in der Spätantike – Der Bericht des Dichters Flavius Cresconius Corippus in seinem Epos "Johannis"

      12.30-13.15 Uhr / Dr. Nadine Metzger (Erlangen): 
      Psychopathologie in der Spätantike

      13.15-14.00 Uhr / Prof. Dr. Tanja Scheer und Prof. Dr. Hans Kloft 
      Abschluss und Resümee der Tagung

    • Aug 15
      Kleine Mommsen-Tagung 2014 in Wuppertal

      Dienstag, 15. August 2017 11:10

      Kleine Mommsen-Tagung vom 20. bis 22.11.2014 an der Bergischen Universität Wuppertal: 

         
      „Das 3. Jahrhundert nach Christus – Kontinuitäten im Übergang“ 

       

      Das 3. Jahrhundert nach Christus wird in der Forschung in der Regel als eine Zeit des Umbruchs und tiefgreifender Veränderungen in politischer, sozio-ökonomischer und religiöser Hinsicht wahrgenommen. Auch in Literatur, Philosophie und Kunst richtet sich der Blick auf Abbrüche und Neuanfänge.

      Das Rahmenthema will demgegenüber die Kontinuitäten in den Mittelpunkt der Betrachtung rücken, ohne dass dabei deren Wechselwirkung mit Brüchen oder Diskontinuitäten aus den Augen verloren würde. Dabei geht es in materieller und immaterieller Kultur sowohl um klassizistisch rückgreifende Tendenzen, die sich auf die Fortschreibung und Adaption traditioneller Muster für die eigene Zeit beziehen, als auch um evolutionäre Prozesse, die sich in der Kategorie von Abbruch und Neubeginn nicht adäquat fassen lassen. 

      Zwar sind viele einzelne Momente in der Alten Geschichte, Klassischen Philologie, Archäologie, Philosophie, Theologie und Rechtsgeschichte bereits aufgezeigt und zum Teil unter bestimmten Vorzeichen ausgiebig diskutiert worden, doch soll das Bild im interdisziplinären Austausch neu justiert und dargelegt werden, wie Diskontinuität und Kontinuität interagieren.

       

      Das detaillierte Programm finden Sie hier.

       

      Organisatoren:

      Prof. Dr. Armin Eich, Alte Geschichte (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.), 
      Prof. Dr. Stefan Freund, Klassische Philologie/Latein (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.), 
      PD Dr. Meike Rühl, Klassische Philologie/Latein (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.), 
      und Prof. Dr. Christoph Schubert, Klassische Philologie/Latein (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.).

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