System, Macht, Männlichkeit - Männlichkeitsbilder im Peloponnesischen Krieg.Eine Analyse von Männlichkeitsverhandlungen bei Aristophanes, Euripides und Sokrates
Kriegszeiten erweisen sich zumeist als Kontexte, in denen Männer und nicht zuletzt die mit ihnen verbundene Männlichkeit in den Vordergrund rücken. Diesen Umstand veranschaulichen nicht nur gegenwärtige militärische Auseinandersetzungen, sondern ebenso die historischen Konflikte der griechischen Antike. In ihnen erschienen Männer stets als zentrale Akteure, die maßgeblich über Verlauf und Ausgang entschieden. Damals wie heute wurden sie mit Fragestellungen konfrontiert, die ihre männliche Tauglichkeit im gesellschaftlichen Zusammenleben zum Schwerpunkt hatten. Wie bereits in der griechischen Klassik Antworten auf jene Diskurse zu Männlichkeitsbildern gefunden wurden, kann anschaulich an den zur Zeit des Peloponnesischen Krieges veröffentlichten Dramen nachgezeichnet werden. Attische Dichter wie Aristophanes, Euripides und Sophokles nutzten die Bühne als Medium, um mit ihren Tragödien und Komödien auf bestehende gesellschaftliche Debatten zu reagieren und diese öffentlich auszutragen. Obgleich ihre Werke veranschaulichen, wie Vorstellungen von Männlichkeit bereits in Athen des 5. Jahrhunderts kritisch hinterfragt worden sind, stellt dieser Forschungsaspekt ein Desiderat dar, das vor allem für die bereits etablierte Altertumswissenschaft als auch für die sich neu entwickelnden Geschlechterstudien einer umfassenden Analyse bedarf.
Das vorliegende Dissertationsvorhaben beabsichtigt daher zwei wesentliche Erkenntnisgewinne: Einerseits sollen Männlichkeitsvorstellungen in Athen zur Zeit des Peloponnesischen Krieges untersucht und andererseits ihre Darstellung in den Dramen des Aristophanes, Euripides und Sophokles analysiert werden. Unter Verwendung soziologischer Theorien, die auf den Erarbeitungen von Niklas Luhmann, Michel Foucault und Pierre Bourdieu fußen, möchte die zu erarbeitende Dissertation auf diese Weise einen neuen Beitrag zu geschlechtswissenschaftlichen Fragestellungen in der Alten Geschichte leisten und sich spezifisch auf die noch wenig beachteten Männlichkeitsstudien fokussieren.
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